4, 6 oder 8 Ohm? Und was ist eigentlich Impedanz?

Aktualisiert: Juli 12

Die Meisten, die zum ersten mal eine HiFi-Anlage verkabeln mussten, wurden mit dem Problem konfrontiert: "Was für eine Impedanz darf ich an meinen Verstärker anschliessen? Darf ich 4 Ohm Boxen an einen 8 Ohm Verstärker anschliessen, oder war es anders rumm?"

An sich ist das auch kein Problem, wenn man die Lautsprecher mit der entsprechenden Ohmzahl gerade zur Verfügung hat. Aber sobald die Werte zwischen Box und Verstärker nicht übereinstimmen, fängt das Dilemma an. Dieses Thema beschäftigt die HiFi-Gemeinde schon seit ihren Ursprüngen und die Unsicherheiten diesbezüglich, kann man in diversen Foren immer wieder lesen. Es gibt zahlreiche Erklärversuche, aber oft wird bei den Erläuterungen so weit ausgeholt, dass all jene die keine elektrotechnischen Kenntnisse haben, den Faden verlieren.

Aufgrunddessen möchte ich ein Erklärversuch wagen, für all jene die so gut wie keine elektrotechnischen Kenntnisse haben.


Beginnen wir mit der Impedanz. Der Begriff Impedanz kommt vom lateinischen Wort „impedire“ und bedeutet so viel wie „hemmen“ oder „hindern“, was auch ein Synonym für „begrenzen“ ist. In der Elektrotechnik wird ein Stromkreislauf unter anderem mit einem sogenannten Widerstand begrenzt, und dieses Bauteil wird in Ohm gemessen.

Um sich ein Stromkreis besser vorstellen zu können, wird in den meisten Physikkursen der Vergleich mit einem Wasserschlauch gemacht, dabei ist der Schlauch das Elektrokabel, das Wasser im innern ist der Strom. Ein Widerstand kann man sich nun wie ein Ventil im Schlauch vorstellen, je höher der Ohmwert des Widerstandes ist, desto weniger Wasser fliesst durch den Schlauch.


Widerstand für Stromkreise

Ein Widerstand ist wie erwähnt ein elektrisches Bauteil und wird dazu verwendet um in elektrischen Schaltungen zum Beispiel Strom zu begrenzen. Der Impedanzwert beschreibt vereinfacht gesagt, die Summe der Widerstände innerhalb eines Stromkreislaufs (Für die Profis: Summe aus Wirkwiderstand und dem Blindwiderstand)


Bei Lautsprechern wird oft von einer sogenannten Nennimpedanz gesprochen, dabei handelt es sich um den Widerstand (Begrenzung) der die eingebaute Schaltung hat. Die Bezeichnung bei Verstärkern wird im Gegensatz dazu oft als Ausgangsimpedanz bezeichnet. Damit ist die empfohlenen Ohmzahl (Widerstand) gemeint, die mindestens angeschlossen sein sollte, um den Verstärker nicht zu überlasten oder überspitzt gesagt kein Kurzschluss zu verursachen.

Das heisst ist ein Verstärker für eine bestimmte Ohmzahl ausgelegt, so sollte man keine Box anschliessen, die über eine niedrigere Ohmzahl (Impedanz) verfügt. Verdeutlicht heisst das, an einem Verstärker mit 8 Ohm Ausgangsimpedanz sollte man keine Box mit weniger als 8 Ohm Nennimpedanz anschliessen und wenn man es trotzdem tut, sollte man vorsichtig sein mit der Lautstärke und den Verstärker an einem gut belüfteten Ort aufstellen, um eine Überlastung zu vermeiden.


Schliesst man aber Lautsprecher mit einer höheren Impedanz an einen Transistorverstärker, so verringert sich die Leistung des Verstärkers anteilig. Verwendet man zum Beispiel eine 8 Ohm Box an einem 4 Ohm Transistorverstärker gibt er nur noch ca. 50 - 60% seiner vollen Leistung ab, der Verstärker kann aber im Normalfall kein Schaden davontragen.


Im Vergleich zu einem Transitorverstärker, ist es ganz wichtig, dass man an einem Röhrenverstärker immer Boxen mit genau passender Impendanz anschliesst, da sonst die Endstufe beschädigt werden kann.


Das Fazit lautet: Wer aus seiner Anlage die bestmögliche Musikqualität herausholen möchte, sollte sich stets an die Empfehlungen des Herstellers halten, dann sollten auch keine unerwarteten Probleme entstehen.



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